Über die Kompositionsaufnahmen unseres Audiowalks //
Es gibt Geschichten, die nicht nur erzählt, sondern gefühlt werden wollen. Und es gibt Momente, in denen Worte an ihre Grenzen stoßen – wo Sprache nicht mehr reicht, um das Innenleben zweier Menschen begreifbar zu machen. Und genau dort beginnt die Musik.
Für unseren Audiowalk war die Musik von Anfang an kein Beiwerk, sondern ein tragendes Element der Erzählung. Sie ist Herzschlag und Echo der Figuren, atmosphärischer Raum und Teil eines inneren Monologs zugleich. Sie begleitet, verstärkt, erklärt und lässt die Hörer*innen nicht nur verstehen, sondern mitfühlen.
Musik Entsteht
Die gesamten Kompositionen stammen aus der Feder von Leonie Vonwald, die für Jacub und Rubi jeweils ein eigenes musikalisches Leitmotiv entwickelt hat. Ihre Kompositionen sind fein verwoben mit der Geschichte und passen sich den Dialogen und emotionalen Wendungen wie ein atmendes Klanggewebe an. Leonie hat die Stücke mit beeindruckender Präzision – und gleichzeitig unglaublicher Geschwindigkeit – geschrieben. Dabei war sie in engem Austausch mit den Lehrer*innen, den Schüler*innen und Musiker*innen, um jeder Szene musikalisch das zu geben, was sie braucht: Tiefe, Leichtigkeit, Spannung oder Stille.
Zentral ist dabei das Klavier – nicht nur als Instrument, sondern als wichtiges Element der Geschichte selbst. Es ist Teil der Handlung, ein emotionales Bindeglied und das Herzstück der Komposition. Um das Klavier herum entfaltet sich ein breites akustisches Spektrum: Geige, Cello, Kontrabass, Trompete, Horn und Pauken wurden gezielt eingesetzt, um emotionale Höhepunkte zu unterstreichen, innere Spannungen hörbar zu machen oder einen zarten Moment festzuhalten, bevor er vergeht.
Aufnahme
Die Aufnahmen fanden im Tonstudio von Christoph Amann, den Amann Studios, in Wien statt – einem Ort, an dem wir uns alle auf besondere Weise verbunden haben. Es war ein Raum, in dem wir lernen durften, Fehler machen konnten, wiederholten, feilten, feierten – und am Ende ein gemeinsames Werk schufen.
Christoph Hödl stand uns als Lehrer, Dirigent und Bezugsperson zur Seite, Jonathan Plank übernahm die Regie und Dramaturgie, gemeinsam mit Christoph Amann leitete er die Aufnahmen. Leonie spielte nicht nur ihre eigenen Stücke am Klavier ein, sondern war als kreative Kraft eine konstante Quelle der Inspiration.
Musiker*innen aus verschiedenen Bereichen vervollständigten das Team: Veronika Jabkovski (Cello), Sofia Acosta (Geige), Stefan Leitner (Kontrabass), Lea Westermayer (Querflöte), Gloria Brader (Trompete), Elias Andersen (Horn) und Manuel Felbinger (Pauke).
Alle brachten ihre eigene Stimme in dieses Klangbild ein.
Unser ziel
Wir alle wollten, dass es perfekt wird. Und das bedeutete: Geduld, Wiederholungen, zig Aufnahmen für einen einzigen Takt – und doch nie ein Verlust an Begeisterung. Denn wir wussten, wofür wir es taten: für ein Projekt, das uns am Herzen liegt. Für eine Geschichte, die mehr erzählen will als nur eine Handlung.
Was uns dabei verbindet, ist nicht Gleichheit, sondern Vielfalt. Jede*r von uns kam mit einer anderen Perspektive, einem anderen Hintergrund, einer eigenen Stimme. Diese Unterschiede wurden nicht geglättet, sondern gefeiert und miteinbezogen– weil genau diese unser Projekt so lebendig machen. Und weil man mit Klang mehr erzählen kann als nur mit Bildern.
Unser Ziel war, etwas zu erschaffen, das nicht nur gehört, sondern erlebt wird. Dass Menschen beim Zuhören Gänsehaut bekommen, sich selbst wiedererkennen oder für einen Moment in eine andere Wirklichkeit eintauchen.
Die Musik ist unsere Einladung, zwischen den Worten zu lauschen. Denn manchmal reicht ein einzelner Ton, um eine ganze Welt zu öffnen.
Jonathan Plank (6E)


